Die Klassen 9a/b erforschen den Bioenergiepark in Saerbeck.
Von Munitionsbunkern zu Windriesen: Ein Schulausflug, der zeigt, wie die Energiewende in der Praxis funktioniert und wie viel Spaß Physik sein kann.
Wenn im Physikunterricht von Kilowattstunden, Wirkungsgraden und erneuerbaren Energien die Rede ist, rauchen oft die Köpfe. Doch wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man direkt neben – oder sogar in – einem der Motoren der Energiewende steht? Um genau das herauszufinden, tauschten die 9a und die 9b das Klassenzimmer gegen den Bioenergiepark in Saerbeck.
Schon die Ankunft im Energiepark ist beeindruckend und liefert den ersten geschichtlichen Aha-Effekt. Wo heute Hightech-Anlagen sauberen Strom produzieren, lagerten früher Waffen und Munition der Bundeswehr. Auf dem 90 Hektar großen Gelände des ehemaligen Munitionshauptdepots wird heute mehr Energie erzeugt, als die gesamte „Klimakommune“ Saerbeck selbst verbrauchen kann. Dieser radikale Wandel von einem militärischen Sperrgebiet zu einem Standort für friedliche, grüne Energiegewinnung bildete den perfekten Rahmen für unseren Besuch.
Der Gigant von innen
Das absolute Highlight für die Schülerinnen und Schüler war zweifellos die Besichtigung einer Windkraftanlage. Normalerweise sieht man die weißen Riesen nur aus der Ferne am Horizont drehen. Doch hier durften wir durch die Stahltür im Sockel treten und das Innere eines solchen Kolosses erkunden.
Die Dimensionen sind überwältigend: Wenn man unten im Turm steht und die Technik sieht, die nötig ist, um Wind in Strom zu verwandeln, bekommt der Begriff „Kraftwerk“ eine ganz neue Bedeutung. Das Summen der Technik und das Wissen um die gewaltigen Rotorblätter, die sich weit über unseren Köpfen drehen, sorgten für ehrfürchtiges Staunen.
Vom Staunen zum Verstehen: Die Praxisstationen
Doch der Ausflug war mehr als nur bloßes „Sightseeing“. Im Anschluss an die Führung ging es an die Arbeit. An verschiedenen Stationen im außerschulischen Lernstandort „Saerbecker Energiewelten“ wurden die Schüler selbst zu Forschern.
Hier zeigte sich die pädagogische Stärke des Konzepts: Es ging nicht um trockene Theorie, sondern um das Überprüfen von Notwendigkeit und Effizienz.
In praktischen Übungen und Experimenten konnten die Jugendlichen diese Fragen klären. Besonders positiv fiel hierbei auf, wie greifbar die komplexen Zusammenhänge der Energiewende gemacht wurden. Die Kombination aus den riesigen technischen Anlagen draußen (wie den 6.000 Metern Photovoltaik auf den alten Bunkerwällen) und den Kleinen Experimenten drinnen sorgte für viele „Klick-Momente“ bei den Schülern.
Ein großes Lob an das Team
Ein solcher Tag steht und fällt mit der Betreuung. Ein großes Lob gebührt daher den Mitarbeitern des Energieparks und der „Energiewelten“. Mit viel Geduld, Fachwissen und einer sehr freundlichen, zugewandten Art holten sie die Schüler genau dort ab, wo sie standen. Keine Frage blieb unbeantwortet, und man spürte deutlich die Begeisterung der Mitarbeiter für ihr Projekt.
Fazit: Wir kommen wieder!
Der Besuch im Bioenergiepark Saerbeck war weit mehr als eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Er war eine Lehrstunde in Sachen Zukunft, Technik und Nachhaltigkeit. Das außergewöhnliche Projekt zeigt eindrucksvoll, wie lokale Lösungen für globale Probleme aussehen können.
Für uns als Schule steht fest: Dies war nicht der letzte Besuch. Wir planen, den Bioenergiepark fest in das Curriculum der kommenden Jahrgänge zu integrieren. Denn besser als hier kann man nicht lernen, wie wir unsere Zukunft energietechnisch sichern können.
Zum Abschluss möchten wir an dieser Stelle noch dem zdi Zentrum pro MINT GT danken, das diese Exkursion finanziell unterstützt hat.

























