London hautnah erleben: Eine Woche voller Entdeckungen, Herausforderungen und gemeinsamer Erinnerungen 

„03:00 Uhr? Wirklich jetzt?“ Dieser Gedanke dürfte wohl einigen unserer 36 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 10 durch den Kopf gegangen sein, als sich unsere Londonfahrt in der Nacht von Sonntag auf Montag auf dem Schulhof startete. Doch trotz der sportlichen Uhrzeit und einiger noch etwas verschlafener Gesichter war schnell klar: Die Vorfreude überwog. Gemeinsam mit den Lehrkräften Frau Kippelt, Frau Greve, Frau Römpler und Herrn Dammann ging es endlich los Richtung Großbritannien. 

Mit an Bord war unser Busfahrer Erol, der im Laufe der Fahrt eindrucksvoll bewies, dass er seinen Bus nicht nur fährt, sondern nahezu mit ihm verwachsen ist. Besonders im Londoner Stadtverkehr zeigte sich sein Können. Zentimeterarbeit zwischen engen Straßen, vielen Autos und unzähligen Menschen? Für Erol kein Problem. Während wir teilweise schon beim Zuschauen beeindruckt waren, blieb er ganz entspannt. 

Am frühen Nachmittag erreichten wir London und bezogen unsere Unterkunft. Für einige war es der erste Aufenthalt in einem Hostel und schnell wurde klar, dass die Vorstellungen davon teilweise eher in Richtung Hotel gingen. Nach dem ersten kleinen „Aha-Erlebnis“ wurde es aber gemütlich: Die Zimmer wurden eingerichtet, der Gemeinschaftsbereich mit Pooltisch, Bar und vielen Sitzmöglichkeiten entdeckt und schon bald entstanden die ersten gemeinsamen Abende mit Spielen, Gesprächen und jeder Menge Lachen. 

Natürlich wollten wir nicht lange warten und machten uns direkt auf den Weg, London zu erkunden. Unser erster Rundgang führte uns zu einigen der berühmtesten Orte der Stadt: dem Buckingham Palace, dem St. James’s Park, der Westminster Abbey, den Houses of Parliament und natürlich dem Big Ben. Weiter ging es die Parliament Street entlang, vorbei an der Downing Street bis zum Trafalgar Square. 

Eine besondere Überraschung wartete dort auf einige von uns: Es war der Premierenabend der dritten Staffel von „House of the Dragon“. Plötzlich standen wir vor dem roten Teppich und hielten Ausschau nach bekannten Gesichtern wie Matt Smith oder Emma D’Arcy. Leider blieb es beim Spähen. Die erhofften Stars ließen sich nicht blicken. Trotzdem war es ein sehr besonderer Moment, einfach mitten in London bei einem solchen Event dabei zu sein. Nach diesem ersten großen Fußmarsch waren am Abend alle froh über ihre Betten. Die erste Nacht diente daher vor allem einem Zweck: Energie tanken für die kommenden Tage. 

Der Dienstag begann deutlich entspannter mit unserem Frühstücksbuffet, bevor wir zum Natural History Museum aufbrachen. Dort gab es jede Menge zu entdecken: beeindruckende Dinosaurierskelette, das riesige Skelett eines Blauwals, eine Fahrt mit der Rolltreppe in den Mars und viele weitere spannende Ausstellungsstücke machten den Besuch zu einem echten Highlight. 

Nach diesem beeindruckenden Museumsbesuch stand ein weiterer kleiner Kulturschock auf dem Programm. Wir wollten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern einen typisch Londoner Pub besuchen. Schnell stellte sich heraus, dass die Regeln in Großbritannien etwas anders funktionieren als vielleicht von manchen erwartet. Es ging nämlich nicht nur darum, dass Minderjährige keinen Alkohol bekommen würden. Ohne erwachsene Begleitung wäre der Zutritt zum Pub überhaupt nicht möglich gewesen. Eine interessante Erkenntnis für einige und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, dass Reisen auch bedeutet, neue Regeln und Gewohnheiten kennenzulernen. 

Anschließend hieß es: London auf eigene Faust erleben. Für viele war das zunächst eine kleine Herausforderung. Besonders die Londoner U-Bahn sorgte am Anfang für einige fragende Blicke. Welches Ticket? Welche Linie? Wo müssen wir umsteigen? Doch wie so oft gilt: Übung macht den Meister. Spätestens am Ende der Fahrt bewegten sich alle sicher durch das U-Bahn-Netz. Ein Gedanke kam dabei bestimmt einigen: Eine U-Bahn in Versmold wäre doch eigentlich auch ganz praktisch, oder? 

Am Abend nutzten einige Kolleginnen die Gelegenheit, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Schülerinnen und Schülern noch einen typischen Londoner Pub von innen kennenzulernen. Dabei ging es nicht um Getränke, sondern um die besondere Atmosphäre, die Architektur und die Geschichte dieser traditionsreichen Orte. Die gemütliche Einrichtung, die dunklen Holzelemente und die vielen kleinen Details machten deutlich, warum Pubs ein fester Bestandteil der Londoner Kultur sind. 

Am Mittwoch lautete das Motto: „London von oben“. Ein Teil der Gruppe machte sich gemeinsam mit Frau Kippelt, Frau Greve und Herrn Dammann auf den Weg zum Sky Garden, um die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben. Der andere Teil war mit Potterhead Frau Römpler auf einer Drehorte-Quiz-Tour unterwegs und suchte spannende Schauplätze aus bekannten Filmproduktionen. An Orten zu stehen, an denen einst Schauspielerinnen und Schauspieler vor der Kamera standen, war für viele ein faszinierendes Erlebnis. 

Nach etwas Freizeit trafen wir uns am Abend wieder alle gemeinsam, um eines der großen Highlights der Fahrt zu erleben: The Shard. Von weit oben konnten wir London beim Sonnenuntergang bewundern und wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Die Stadt tauchte in ein rotgoldenes Licht, dazu kamen leckeres Eis, kühle Getränke, viele Gespräche und natürlich zahlreiche Erinnerungsfotos. Ein Abend, den viele wohl noch lange im Gedächtnis behalten werden. 

Am Donnerstag zeigte sich dann wieder der „Studienfahrt“-Charakter unserer Reise. Unser Ziel war das Imperial War Museum. Mit beeindruckenden Bildern, gut aufbereiteten Videos und zahlreichen Ausstellungsstücken bot das Museum einen intensiven Einblick in die Geschichte von Kriegen und Konflikten. Manche Eindrücke waren dabei nicht leicht, aber gerade diese Auseinandersetzung machte den Besuch besonders wertvoll. 

Die Woche verging unglaublich schnell. Zwischen spannenden Sehenswürdigkeiten, neuen Erfahrungen und vielen gemeinsamen Momenten blieb kaum Zeit zum Durchatmen. Für einige Schülerinnen und Schüler war es der erste Besuch in einer echten Großstadt. Gerade London als Weltmetropole zeigte eindrucksvoll, wie faszinierend, aufregend, aber manchmal auch überwältigend eine solche Stadt sein kann. 

Nach einer letzten Freizeit in der Innenstadt hieß es am Donnerstagnachmittag leider Abschied nehmen. Viel zu früh wartete Erol bereits wieder mit dem Bus am Hostel. Die Rückfahrt durch die Londoner Innenstadt war für einen Bus vermutlich so etwas wie ein Hindernisparcours, doch auch diese Herausforderung meisterte er souverän. 

Um 17 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Dover und anschließend mit der Fähre zurück nach Calais. Die zweite Fährfahrt hielt dabei noch einmal ein kleines Abenteuer bereit: Starker Wellengang sorgte dafür, dass nicht jeder Magen diese Überfahrt problemlos mitmachte. Während einige tapfer gegen die Bewegungen des Schiffes ankämpften, entwickelten andere daraus fast einen kleinen Wettbewerb. Frau Greve bewies dabei die perfekte Technik und blieb beeindruckend standhaft, während Herr Dammann sich lieber auf eine möglichst ruhige Magenlage konzentrierte. 

Am frühen Freitagmorgen erreichten wir schließlich um 07:00 Uhr wieder die Schulstraße. Müde, aber mit vielen Geschichten und Erinnerungen im Gepäck, machten sich alle auf den Heimweg. Für die meisten führte der erste Weg direkt ins Bett, vielleicht begleitet von Träumen von einer aufregenden Woche voller neuer Eindrücke. 

Eine Sache steht fest: Diese Londonfahrt war mehr als nur eine Reise. Sie war eine Woche voller gemeinsamer Erlebnisse, kleiner Herausforderungen, großer Momente und Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.